FAQ - Häufig gestellte Fragen

FAQ Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend haben wir Ihnen Antworten auf Ihre am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt. Sollten Sie dennoch eine Frage haben, auf die unsere FAQ keine Antwort geben, beantworten wir Ihnen diese gerne im Einzelnen. Kontaktieren Sie uns dazu bitte über das Kontaktformular.

Fragen zu unseren Produkten

Was muss ich beim Aufstellen / Gebrauch der Leiter oder Gerüst beachten?

  • Informationen zum Aufstellen und Gebrauch von Leitern, finden sie in unserer Benutzerinformation für Leitern
  • Informationen zum Aufstellen und Gebrauch von Gerüsten, finden Sie in der gerüstspezifischen Aufbau- und Verwendungsanleitung oder auf der entsprechenden Produktseite.

Vor dem Gebrauch der Leiter

  • Sind Sie gesundheitlich in der Lage, die Leiter zu benutzen? Bestimmte gesundheitliche Gegebenheiten, Medikamenteneinnahme, Alkohol oder Drogenmissbrauch können bei der Benutzung der Leiter zu einer Gefährdung der Sicherheit führen.
  • Beim Transport von Leitern auf Dachträgern oder in einem Lastkraftwagen zur Verhinderung von Schäden sicherstellen, dass sie auf angemessene Weise befestigt/angebracht sind.
  • Prüfen der Leiter nach der Lieferung und vor der ersten Benutzung, um den Zustand und die Funktion aller Teile festzustellen.
  • Sichtprüfung der Leiter auf Beschädigung und sichere Benutzung zu Beginn jedes Arbeitstages, an dem die Leiter benutzt werden muss.
  • Für gewerbliche Benutzer ist eine regelmäßige Überprüfung erforderlich.
  • Sicherstellen, dass die Leiter für den jeweiligen Einsatz geeignet ist.
  • Keine beschädigte Leiter benutzen.
  • Alle Verunreinigungen an der Leiter beseitigen, z. B. nasse Farbe, Schmutz, Öl oder Schnee.
  • Vor der Benutzung einer Leiter bei der Arbeit sollte eine Risikobewertung unter Berücksichtigung der Rechtsvorschriften im Land der Benutzung durchgeführt werden.

 In Stellung bringen und Aufstellen der Leiter

  • Die Leiter muss in der richtigen Aufstellposition aufgestellt werden, z. B. richtiger Aufstellwinkel für AnlegeLeitern (Neigungswinkel 65 bis 75 °); Sprossen oder Auftritte waagrecht sein. StehLeitern müssen vollständig geöffnet sein.
  • Sperreinrichtungen, sofern angebracht, müssen vor der Benutzung vollständig gesichert werden.
  • Die Leiter muss auf einem ebenen, waagerechten und unbeweglichen Untergrund stehen.
  • Eine AnlegeLeiter sollte gegen eine ebene, feste Fläche gelehnt und vor der Benutzung gesichert werden, z. B. durch eine Befestigung oder Verwendung einer geeigneten Einrichtung zur Sicherstellung der Standfestigkeit. 
  • Die Leiter darf niemals von oben her in eine neue Stellung gebracht werden.
  • Wenn die Leiter in Stellung gebracht wird, ist auf das Risiko einer Kollision zu achten, z. B. mit Fußgängern, Fahrzeugen oder Türen. Türen (jedoch nicht Notausgänge) und Fenster im Arbeitsbereich verriegeln, falls möglich.
  • Alle durch elektrische Betriebsmittel im Arbeitsbereich gegebenen Risiken feststellen, z. B. Hochspannungs- Freileitungen oder andere freiliegende elektrische Betriebsmittel.
  • Die Leiter muss auf ihre Füße gestellt werden, nicht auf die Sprossen bzw. Stufen.
  • Die Leitern dürfen nicht auf rutschige Flächen gestellt werden (z. B. Eis, blanke Flächen oder deutlich verunreinigte feste Flächen), sofern nicht durch zusätzliche Maßnahmen verhindert wird, dass die Leiter rutscht oder dass die verunreinigten Stellen ausreichend sauber sind.

Benutzung der Leiter

  • Die maximale Nutzlast der jeweiligen Leiterart nicht überschreiten.
  • Nicht zu weit hinauslehnen; Benutzer sollten ihre Gürtelschnalle (den Nabel) zwischen den Holmen halten und mit beiden Füßen auf derselben Stufe/Sprosse stehen.
  • Nicht ohne zusätzliche Sicherung in größerer Höhe von einer Anlegeleiter wegsteigen, z. B. Befestigung oder Verwendung einer geeigneten Vorrichtung zur Sicherung der Standsicherheit.
  • Stehleitern nicht zum Aufsteigen auf eine andere Ebene benutzen.
  • Die obersten drei Stufen/Sprossen einer Anlegeleiter nicht als Standfläche benutzen.
  • Die obersten zwei Stufen/Sprossen einer Stehleiter ohne Plattform und Haltevorrichtung für Hand/Knie nicht als Standfläche benutzen.
  • Die obersten vier Stufen/Sprossen einer Stehleiter mit aufgesetzter Schiebeleiter nicht als Standfläche benutzen.
  • Leitern sollten nur für leichte Arbeiten von kurzer Dauer benutzt werden.
  • Für unvermeidbare Arbeiten unter elektrischer Spannung nicht leitende Leitern benutzen.
  • Die Leiter nicht im Freien bei ungünstigen Wetterbedingungen, z. B. starkem Wind, Vereisung… nutzen.
  • Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit keine Kinder auf der Leiter spielen.
  • Türen (jedoch nicht Notausgänge) und Fenster im Arbeitsbereich verriegeln, falls möglich.
  • Immer mit dem Gesicht zur Leiter aufsteigen und absteigen.
  • Beim Aufsteigen und Absteigen an der Leiter gut festhalten.
  • Die Leiter nicht als Überbrückung benutzen.
  • Beim Aufsteigen auf die Leiter geeignete Schuhe tragen.
  • Übermäßige seitliche Belastungen vermeiden, z. B. beim Bohren in Mauerwerk und Beton.
  • Nicht zu lange ohne regelmäßige Unterbrechungen auf der Leiter bleiben (Müdigkeit ist eine Gefahr).
  • Anlegeleitern für den Zugang zu einer größeren Höhe sollten mindestens 1 m über den Anlegepunkt hinaus ausgeschoben werden.
  • Gegenstände, die beim Besteigen einer Leiter transportiert werden, sollten nicht schwer und leicht zu handhaben sein.
  • Arbeiten, die eine seitliche Belastung bei Stehleitern bewirken, z. B. seitliches Bohren durch feste Werkstoffe (z. B. Mauerwerk oder Beton) vermeiden.
  • Beim Arbeiten auf einer Leiter mit einer Hand festhalten oder, falls dies nicht möglich ist, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Welche Leiter ist im Außen- oder Innenbereich zu verwenden – gibt es Vorschriften?

Grundsätzlich können alle KRAUSE-Leitern im Innen- und Außenbereich verwendet werden. Achten Sie  allerdings IMMER darauf, dass die Leitern auf einem tragfähigen und nicht rutschigen Untergrund aufgestellt werden. Es ist besonders wichtig, dass die Leiter ebenerdig steht, sodass ein gleichmäßiger Druck auf alle Holme verteilt wird. Besondere Vorsicht ist bei Leitern mit kleinen Holmgrößen geboten, da der Holm ohne tragfähige Unterlage auf weichem Untergrund (z.B. Rasen, Wiese etc.) einsinken und dadurch abknicken kann. Für einen sicheren Stand auf diesen Untergründen empfiehlt sich daher die Verwendung des entsprechenden optionalen Sicherheitszubehörs, wie einer Traverse für mehr Auflagefläche oder den Leiterspitzen zum Fixieren in weichen Untergründen.

Welche Höhe kann maximal mit einer Leiter oder einem Gerüst erreicht werden?

Die maximale Standhöhe auf einer Leiter beträgt ca. 11 m (Seilzugleiter 2x24 Sprossen). Das Arbeiten in diesen Höhen erfordert immer eine Gefährdungsbeurteilung bezüglich der geplanten Tätigkeiten auf der Leiter.

Für die gewerbliche Nutzung, darf laut DGUV-Vorschrift 38: Bauarbeiten (§ 7) der Standplatz auf einer Leiter nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegen.

Die maximale Standhöhe auf einem Fahrgerüst beträgt beim Einsatz im Gebäude 12 m und außerhalb von Gebäuden 8 m.

Bei Leitern dürfen die obersten Sprossen/Stufen nicht bestiegen werden, es sei denn sie sind so beschaffen, dass ein sicheres Stehen gewährleistet ist (z. B. Sicherheitsbrücke mit Halteeinrichtung).

Die maximale Steighöhe bei Stehleitern ohne Haltevorrichtung ist die dritte Stufe/Sprosse von oben!

Wie hoch ist die maximale Belastbarkeit der Leiter oder des Gerüstes?

Die maximale Nutzlast der jeweiligen Leiterart darf nicht überschritten werden. Laut der BG Bau und der DIN EN 131 dürfen Leitern mit max. 150 kg belastet werden. Alle KRAUSE-Leitern sind nach der Norm DIN EN 131 geprüft und dürfen somit mit mindestens 150 Kg belastet werden.

Für die gewerbliche Nutzung, darf laut BG Bau (DGUV-Vorschrift §7) der Standplatz auf einer Leiter nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegen.

Bei Kleingerüsten beträgt die maximale Belastbarkeit ebenfalls 150 kg. Die Gerüstsysteme ClimTec, ProTec und STABILO erfüllen die Gerüstgruppe 3 was einer Belastbarkeit von 200kg/m² entspricht. Die m² Angabe ergibt sich aus der Größe der Belagbühne und ist mit 200 zu multiplizieren. Das Ergebnis entspricht der Gesamtbelastung des Gerüstes. Beispiel: Stabilo Serie 100 – Belagbühnengröße: 0,63 m x 2,50 m = 1,575 m² x 200 kg = 315 kg/m²

Wie viele Stufen hat meine Leiter?

Je nach Leiterntyp wird die oberste Stufe, die Plattform, mitgezählt. So hat eine einseitig begehbare Stufen-Stehleiter mit vier Stufen, drei Stufen plus Plattform. Die Plattform darf auch vollumfänglich benutzt werden. Vorsicht ist bei Stehleitern ohne Haltevorrichtung geboten. Hier dürfen die drei letzten Stufen/Sprossen nicht benutzt werden.

Welche Leiter kann man auf Treppen und Absätzen aufstellen?

Um den Höhenunterschied der Treppenstufen und Absätzen auszugleichen, empfiehlt sich die Verwendung einer Gelenk-TeleskopLeiter, Gelenk-CombiLeiter oder treppengängigen VielzweckLeiter. Alternativ können Sie unsere anderen Leitern auch mit dem jeweiligen CombiSystem Zubehörteil ausstatten, um eine Niveauregulierung zu erreichen. Dabei sollten Sie auf die KRAUSE Holmverlängerung Art. 122292 oder auf den KRAUSE Traversen-Höhenausgleich Art. 122285 zurückgreifen.

Wie viele Ballastgewichte werden für die einzelnen Gerüste benötigt?

Die Anzahl der Ballastgewichte ist von der jeweiligen Gerüsthöhe, Gerüstlänge und dem Einsatzort (Innen- oder Außenbereich) abhängig. Im Außenbereich werden aufgrund der Windlasten grundsätzlich mehr Ballastgewichte benötigt. Die Anzahl der erforderlichen Ballastgewichte entnehmen Sie den Ballastierungstabellen der jeweiligen Bedienungsanleitung (Aufbau- und Verwendungsanleitung). Die Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerüstes können Sie auf der Produktseite für Fahrgerüste herunterladen (blaues PDF).

Preisanfragen

Kann die Leiter oder das Gerüst bei KRAUSE über einen Werksverkauf bezogen werden?

Nein. Wir bieten unsere Produkte nicht über einen Werksverkauf an. Alle KRAUSE Produkte erhalten Sie im qualifizierten

  • Bau- und Fachmarkt
  • Onlinehandel
  • Versand- und Großhandel

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen über unser Kontaktformular zur Verfügung.

Ersatzteile, Reparatur und Reklamation

Woher kann ich Ersatzteile für meine KRAUSE Leiter / mein KRAUSE Gerüst beziehen?

Ersatz- und Zubehörteile erhalten Sie mit der jeweiligen Artikelnummer im

  • Bau- und Fachmarkt
  • Onlinehandel
  • Versand- und Großhandel

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern über unser Kontaktformular zur Verfügung.

Zu welchen Produkten passt das CombiSystem Zubehör?

Das CombiSystem Zubehör passt zu allen drei Produktserien: CORDA, MONTO und STABILO.

An wen wende ich mich bei eventuellen Reparaturanfragen?

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Kaufbeleg an den jeweiligen Händler bei dem Sie das KRAUSE-Produkt bezogen haben.

An wen wende ich mich im Falle einer Reklamation?

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Kaufbeleg an den jeweiligen Händler bei dem Sie das KRAUSE-Produkt bezogen haben.

Anforderung von Aufbau / Bedienungsanleitungen

Wo erhalte ich Aufbauanleitungen für KRAUSE Gerüste?

Jedes KRAUSE-Produkt enthält eine Aufbauverwendungs- oder Bedienungsanleitung in seinem Lieferumfang. Sollte diese verloren gehen, finden Sie die entsprechenden Aufbau- und Verwendungsanleitungen für Gerüste auf der Produktseite für Fahrgerüste oder die Bedienungsanleitungen für Leitern auf der Produktseite für Leitern (blaues PDF).

Händlernachweise/Bezugsquellen

Wo kann ich KRAUSE Produkte kaufen?

Alle KRAUSE-Produkte erhalten Sie im qualifizierten

  • Bau- und Fachmarkt
  • Onlinehandel
  • Versand- und Großhandel.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern über unser Kontaktformular zur Verfügung.

Anfrage Aufstockung von Gerüsten

Ich habe ein KRAUSE Gerüst gekauft, welche Teile werden für eine Aufstockung benötigt?

Folgende KRAUSE-Gerüste können nicht aufgestockt werden:

  • Leitergerüst
  • Kleingerüst
  • Klappgerüst
  • Montagegerüst
  • Gelenkgerüst
  • Plattformgerüst

Die Gerüste der Serie ClimTec sind bis maximal 7 Meter aufstockbar. Die Gerüste der Serie ProTec bis 12,30 Meter. Benötigen Sie von vorneherein eine größere Arbeitshöhe informieren Sie sich über die FahrGerüste STABILO mit einer Arbeitshöhe von bis zu 14,40 Meter.

Informationen über die unterschiedlichen Aufbauvarianten sowie Zusatzteile, erhalten Sie in dem jeweiligen PDF-Prospekt (rotes PDF): www.krause-systems.de/produkte/fahrgerueste.html

Technische Anfragen und Normen

Sind die Produkte auch für gewerbliche Zwecke empfohlen?

Grundsätzlich entsprechen alle KRAUSE-Leitern der Norm EN 131 und sind somit für den privaten sowie gewerblichen Einsatz zugelassen. Für den gewerblichen Einsatz empfehlen wir unsere STABILO-Serie. Diese Serie entspricht den höchsten Ansprüchen der gewerblichen und industriellen Gebraucher (intensive Nutzung).

Für die gewerbliche Nutzung, darf laut BG Bau (DGUV-Vorschrift §7) der Standplatz auf einer Leiter nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegen.

Ich benötige ein TÜV-Zertifikat – wie gehe ich vor?

Nutzen Sie unser Kontaktformular und nennen Sie uns dort die Produkt-Art.-Nr.

Wie sind die Garantiebedingungen der KRAUSE-Produkte?

Abhängig von unseren unterschiedlichen Produktserien, geben wir folgende Garantie:
STABILO    10 Jahre Garantie
MONTO        5 Jahre Garantie
CORDA        2 Jahre Garantie

Die aktuellen Garantiezeiten und Bedingungen finden Sie hier...

Die neue Norm für Leitern EN 131

Was regelt die DIN EN 131?

Die DIN EN 131 ist die in Europa gültige Norm für mobile Leitern und befasst sich in mehreren Teilen mit folgenden Unterkategorien:

  • DIN EN 131‐1 ‐ Dieser Teil befasst sich mit Benennungen, Bauarten und Funktionsmaßen bestimmter Leitern.
  • DIN EN 131‐2 ‐ Teil 2 kümmert sich um Prüfungen, Kennzeichnung und Anforderungen aller Leitern.
  • DIN EN 131‐3 ‐ Dieser Teil regelt die Anforderungen an die Benutzerinformationen der Leitern.
  • DIN EN 131‐4 ‐ Teil 4 befasst sich mit Ein‐ oder Mehrgelenkleitern
  • DIN EN 131‐6 ‐ Teil 6 befasst sich mit Teleskopleitern
  • DIN EN 131‐7 ‐ Mobile Podestleitern werden im Teil 7 geregelt

Ziel der Norm ist es, europaweit einheitliche Qualitäts‐ und Sicherheitsstandards zu garantieren.

Welche Änderungen bringt die neue Norm mit sich?

Von den Änderungen des Normteils DIN EN 131‐1 sind Anlegeleitern ab einer Länge von 3.000 mm betroffen. Auch mehrteilige Leitern, die als Anlegeleitern genutzt werden können oder über ein entnehmbares Leiternteil ab 3.000 mm verfügen sind von den Änderungen betroffen. Diese Leitern müssen nach der neuen Norm mit einer Standverbreiterung von gewisser Länge ausgestattet werden.

Im Normteil DIN EN 131‐2 werden die Prüfungsanforderungen an alle Leitern geregelt. Hier wurden einige Prüfungen geändert oder neu hinzugefügt. Die Prüfungen teilen die Leitern zukünftig in zwei Klassen ein ‐ „Professional use“ und „Domestic use“. Weitere Infos zu den Prüfungen finden Sie in Frage 17 der FAQ.

Wer hat die bestehende Norm überarbeitet und aus welchem Grund?

Die Erhöhung der Standbreite soll die Sicherheit der Arbeiten auf diesen Leitertypen erhöhen und helfen Unfälle zu reduzieren. Die Änderungen wurden auf Anregung von Verbraucherschutzorganisationen durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) überarbeitet. Weitere Mitwirkende sind Prüfinstitute, Berufsgenossenschaften und Hersteller.

Bestehende Normen werden alle 5 Jahre auf Basis des aktuellen Standes der Technik durch die Normungsgremien überprüft. Hat sich dieser Stand verändert wird die Norm entsprechend angepasst und überarbeitet.

Die Normungsgremien bestehen aus Abordnungen der verschiedenen Mitgliedsländer des CEN Comité Européen de Normalisation (Europäisches Komitee für Normung). Diese beraten und beschließen die Veränderungen in den einzelnen Normen. In diesen Abordnungen sind Mitglieder von staatlichen Stellen, Berufsgenossenschaften, Herstellern und sonstige Interessierte vertreten. Die CEN‐Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

Garantiebedingungen

Wann treten die überarbeiteten Normen in Kraft?

Normen treten grundsätzlich mit der ersten Veröffentlichung in Kraft. In der Regel erscheint zuerst die englische Version, die deutsche und französische Version werden entsprechend nachgezogen. Alle Normen erscheinen grundsätzlich zunächst in diesen 3 Sprachen.

Der Normteil DIN EN 131‐1 ist seit Mai 2016 gültig, DIN EN 131‐2 seit Juli 2017. Um den Herstellern die Möglichkeit zu geben die Produkte an die neuen Anforderungen anzupassen, gibt es Übergangsfristen in denen sowohl die alte als auch die neue Version der Norm Gültigkeit haben. Im Fall der DIN EN 131‐1 und EN 131‐2 endete diese Übergangsfrist am 31.12.2017, somit sind seit 01.01.2018 nur noch die neuen Versionen gültig.

Auf welche Steigsysteme beziehen sich die neuen Normen?

Die DIN EN 131 definiert auf europäischer Ebene die technischen und Anwendungs‐Vorgaben für tragbare Leitern. Leitern für den berufsspezifischen Gebrauch wie z. B. Dachdeckerleitern, Glasreinigerleitern usw. werden in gesonderten Normen geregelt. Für Ein‐ oder Mehrgelenkleitern gilt die Norm EN 131‐4, für Teleskopleitern die Norm EN131‐6, für Podestleitern die Norm EN 131‐7. Für Tritte kommen die Normen EN 131‐1 und EN 131‐2 ebenfalls nicht in Frage. Diese werden in der Norm EN 14183 geregelt.

Für wen gelten die Normen?

Die Normen gelten für alle Hersteller, die Steigsysteme in den europäischen Markt bringen. Normen bilden den aktuellen Stand der Technik ‐ die Gesetzgebungen der einzelnen Länder des europäischen Wirtschaftraums verlangen ausschließlich sichere Produkte in den Verkehr zu bringen, daher bilden Normen die Grundlage für diese Anforderungen. Hersteller sollten sich an diese Normen halten, um so die Anforderungen an sichere Produkte zu erfüllen.

Dürfen ältere Leitern weiterhin verwendet werden?

Gewerbliche Anwender müssen für ihre Leitern eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Sollte keine Standverbreiterung vorhanden sein oder die vorhandene Standverbreiterung nicht den Anforderungen entsprechen muss die Leiter entsprechend nachgerüstet werden.

Woran erkenne ich, ob eine KRAUSE‐Leiter nach neuer Norm hergestellt wurde?

KRAUSE lieferte normkonforme STABILO‐Profileitern wahlweise bereits ab 01.03.2017 aus. Ab dem 01.12.2017 liefern wir alle Leitern nach neuer Norm und unterstützen Sie seitdem umfangreich bei der Gefährdungsbeurteilung Ihrer Bestandsleitern. Achten Sie beim Kauf neuer Leitern auf dieses Zeichen:


Diesen Aufkleber finden Sie direkt am Produkt.

Was passiert mit Leitern, die noch nach alter Norm hergestellt wurden?

In Normen gibt es keine Regelungen bezüglich des Umgangs mit Produkten nach alten Normversionen. Für gewerbliche Anwender in Europa gelten allerdings die jeweiligen Betriebsvorschriften. Diese regeln die „Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Bereitstellung durch den Arbeitgeber und Benutzung von Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit“, in Deutschland in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verankert. Ein wichtiger Baustein dieser Verordnung ist die Verpflichtung, dass Arbeitsmittel dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und auf dieser Basis eine Gefährdungsbeurteilung sowie eine regelmäßige Prüfung der Arbeitsmittel durchgeführt werden muss.

Nicht mehr normkonforme Leitern können mit verschiedenen KRAUSE‐Nachrüstsets erweitert werden. Eine Schritt‐für‐Schritt‐Anleitung um die passende Nachrüstmöglichkeit für Ihre ältere Leiter zu finden erhalten Sie unter https://shop.krause‐systems.de/

Einen Überblick über die verschiedenen Nachrüstsets finden Sie in unserer praktischen Übersicht: GSK_DE_06_S84-85.pdf

Welche Empfehlung geben wir Ihnen bezüglich Ihrer Bestandsleitern?

Unabhängig von den turnusgemäßen Leiternprüfungen raten wir Unternehmen, bestehende Steigsysteme im Hinblick auf Sicherheit zu überprüfen und eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Wie läuft eine Gefährdungsbeurteilung ab und wer entscheidet, ob eine Leiter weiter verwendet werden kann?

Eine gute Anleitung für eine Gefährdungsbeurteilung ist in der „Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 Teil 2“ beschrieben. Nur der Betreiber selbst kann einschätzen und entscheiden, ob eine Leiter weiterverwendet werden kann und muss diese Beurteilung auch dokumentieren.

Gemäß §4 Arbeitsschutzgesetz müssen Gefahren immer direkt an der Quelle durch technische Schutzmaßnahmen beseitigt oder entschärft werden. Wo dies nicht zum Ziel führt, müssen Sie ergänzende organisatorische und personenbezogene Maßnahmen – in dieser Reihenfolge – ergreifen: Das „T‐O‐P-Prinzip“.

T = Technische Lösung, im betreffenden Fall z. B. Anbringung einer Traverse.
O = Organisatorische Lösung, z. B. Belehrung der Mitarbeiter bezüglich der erhöhten Gefahr.
P = Personenbezogene Lösung, z. B. Verwendung einer persönlichen Schutzausrüstung.

An erster Stelle steht immer die technische Lösung. Nur, wenn diese nicht realisierbar ist greift O bzw. P.

Wird es bei den Vorgaben für Leiternprüfungen ebenfalls Änderungen geben?

Diese Vorgaben ändern sich nicht. Nach wie vor müssen Unternehmen turnusgemäß eine Leiternprüfung durchführen und dokumentieren. In der Regel sollte diese Prüfung mindestens einmal jährlich erfolgen. Bei höherer Belastung bzw. Nutzung müssen die Intervalle dementsprechend kürzer gewählt werden. Die verwendeten Leitern sollen dem neuesten Stand der Steigtechnik und somit den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Weiterhin sollten die Leitern keine Beschädigungen aufweisen.

Können bestehende Leitern auch nachgerüstet werden?

Ein Großteil der betroffenen KRAUSE‐Leitern kann mit entsprechenden Nachrüstsets auf den aktuellen Stand der Norm gebracht werden. Die KRAUSE‐Werk GmbH & Co. KG hält hierfür ein umfangreiches Portfolio für Sie bereit. Auch eine Klassifizierung der Leiter nach "Domestic use" bzw. „Professional use" lässt sich nachträglich durchführen, da das gesamte KRAUSE‐ Programm auf Basis der neuen Vorgaben durchgeprüft und zertifiziert wurde. Weitere kostenlose Informationen erhalten Sie auf unserer eigens zur Normänderung eingerichteten Website unter https://www.krause‐systems.de/neuenorm.

Darf ich als Händler ab dem 01.01.2018 nur noch Leitern nach neuer Norm verkaufen?

Auch nach Inkrafttreten der neuen DIN EN 131 dürfen Händler auf Lager befindliche und nach alter Norm produzierte Leitern weiter veräußern. Da die Normänderung auf Basis einer turnusgemäßen Überarbeitung erfolgte und nicht aufgrund einer erhöhten Gefährdung der Anwender, geht auch der Gesetzgeber davon aus, dass ein Produkt nach alter Norm nicht automatisch unsicher ist und daher weiter verkauft werden darf. Hersteller haben sich ab dem 01.01.2018 an die Anforderungen der neuen Norm zu halten und darf ab diesem Zeitpunkt nur noch Leitern nach neuer Norm produzieren.

Bietet die Normänderung DIN EN 131‐1 und 131‐2 Vorteile?

KRAUSE‐Leitern erfüllen die Anforderungen der Gesetzgebung und entsprechen alle der Klasse „Professional use“. Steigtechnik aus dem Hause KRAUSE ist durch die neue Norm und die damit verbundenen Tests noch robuster und langlebiger als ohnehin schon. So lassen sich Unfälle vermeiden und Arbeitsausfälle reduzieren.

Durch die KRAUSE‐Entwicklung der Trigon‐Traverse können alle STABILO‐ und MONTO‐Leitern auch weiterhin in vollem Funktionsumfang genutzt werden. Eine Entnahmebeschränkung von separat nutzbaren Leiterteilen ist nicht erforderlich. Auch der ergonomische Gesichtspunkt ist nicht zu verachten, da gerade bei 3‐teiligen Leitern, durch die Möglichkeit der Entnahme der Innenleiter, das Gewicht für den Transport massiv reduziert werden kann.

Was ändert sich mit der EN 131‐2?

Die Änderungen des Normteils EN 131‐2 treten ebenfalls zum 01.01.2018 in Kraft und befassen sich im Wesentlichen mit den Dauerhaltbarkeits‐ und einer neuen Festigkeitsprüfung. Diese Prüfungen klassifizieren sowohl Sprossen‐ als auch Stufen‐Stehleitern in zwei Leiternklassen ‐ „Professional use“ und „Domestic use“

  • Professional Use: Beruflicher Gebrauch steht für Leitern, die im gewerblichen und privaten Bereich genutzt werden.
  • Domestic use: Nicht beruflicher Gebrauch steht für Leitern, die nur im privaten Bereich genutzt werden.

DIN EN 131‐2 – Die neuen Prüfungen. Wie wird getestet?

Festigkeitsprüfung:

Die Stufe/Sprosse, die der Mitte am nächsten kommt, wird in Gebrauchsstellung mit einer Prüflast von F = 2.700 N (ca. 275 kg) für die Klasse „Professional use“ bzw. F = 2.250 N (ca. 229 kg) für die Klasse „Domestic use“ belastet.

Die Prüflast wird im Abstand von 50 mm von der Holminnenseite konzentriert. Der Aufstellwinkel ist mit 65° sehr flach angegeben, damit die Prüflast die maximale Wirkung hat.

Wann wurde der Test bestanden?

Wenn die Leiter nicht beschädigt wird und die Funktion erhalten bleibt.

 

Verdrehprüfung von Stehleitern:

Ein Leiternfuß wird mit einer Klemme befestigt. Die Plattform bzw. die obere Stufe/Sprosse der Leiter wird mit F1 = 736 N (ca. 75kg) belastet. Anschließend wird an der Leiter, im Abstand von 0,5 m zur Mittelachse, seitlich mit einer Last von F2 = 137 N (ca. 14 kg) gezogen.

Wann wurde der Test bestanden?

Wenn sich der Leiternfuß während der Belastung um max. 25 mm von der vorherigen Position bewegt hat.

 

Verdrehprüfung von Anlegeleitern

Im ersten Schritt wird die Leiter mittig mit F1 = 491 N (ca. 50 kg) vorbelastet und nach 30 Sekunden entlastet. Dies wird als Ausgangswert festgesetzt.

Anschließend wird ein Holm mittig mit F2 = 638 N (ca. 65 kg) belastet und die Verformung von beiden Holmen zu dem festgesetzten Ausgangswert gemessen.

Wann wurde der Test bestanden?

Wenn die Differenz zwischen der Verformung der beiden Holme weniger als ≤ 0,07 (a) der Leiternbreite beträgt.

 

Dauerhaltbarkeitsprüfung von Stehleitern:

Unter dem rechten, hinteren Holm wird eine Unterlage von 20 mm Höhe positioniert, um Unebenheiten zu simulieren. Es folgt eine abwechselnde Belastung der obersten Standstufe/ ‐sprosse (F1) sowie der Stufe/Sprosse in der Leiternmitte (F2) mit 1.500 N (ca. 153 kg).

  • Wiederholungen „Domestic use“: 10.000 Zyklen.
  • Wiederholungen „Professional use“: 50.000 Zyklen.

Wann wurde der Test bestanden?

Wenn keine Beschädigungen an den tragenden Teilen auftreten. Diese Prüfung dient als Vorprüfung für die noch folgende Prüfung der Spreizsicherung (als nicht geänderte Bestandsprüfung hier nicht aufgeführt).

 

Was ändert sich mit der EN 131‐3 und ab wann treten die Änderungen in Kraft?

Im dritten Teil der Norm, DIN EN 131-3, werden die Anforderungen für die Benutzerinformation sowie die Gebrauchs- und Bedienungsanleitungen geregelt.

Mit Inkrafttreten der Norm wird die Kennzeichnung der Leitern um zusätzliche Sicherheits-Piktogramme erweitert. Die angebrachten Piktogramme richten sich ebenfalls nach dem jeweiligen Leitern-Typ (z. B. Schiebeleitern, Mehrzweckleitern, Stehleitern etc.).

Neben den neuen Piktogrammen muss zusätzlich eine dem Leitern-Typ entsprechende Gebrauchs- und Bedienungsanleitung mit der Leiter mitgeliefert werden. Diese ist darüber hinaus in den Sprachen aller Länder zu verfassen, in der die Leiter vertrieben wird.